Jahresrückblick 2010

In 2010 habe ich wieder viele Rennen besucht. Und wie jedes Jahr gab es mal wieder Höhen und Tiefen.

Die ersten Rennen waren wie jedes Jahr mal wieder in Holland. Da es erst Mitte März war, war es natürlich noch sehr ungemütlich und kalt. Aber es war schon nicht schlecht nach der Winterpause endlich wieder Motorenlärm zu hören. Nur war der Lärm etwas anders wie sonst, klang mehr so wie ne leere Fischdose. Das Thema wurde ja schon des Öfteren diskutiert, aber die prognostizierten vielen Motorschäden sind aus meiner Sicht doch ausgeblieben. Auch bei dem EM Semifinale der Gespanne in Mulmshorn wo es gefühlte 40 Grad im Schatten war gab es nicht unverhältnismäßig viele Motorschäden. Wenn man die Crosser oder wie in Parchim die Flattrack Harleys hört, fragt man sich aber warum es für die Langbahnmotorräder diese Vorschrift gibt. Aber die Vorschrift ist nun mal da, und wird im nächsten Jahr für alle Bahnsportmotorräder gelten, es sein denn irgendjemand erfindet wieder eine Ausnahmegenehmigung.

Leider kam dann mit dem Rennen auf dem Bergring und dem tödlichen Unfall von Vincent Kinchin der traurige Höhepunkt der diesjährigen Saison. Auch wenn Vincent auf seiner Lieblingsstrecke sein Leben für den Rennsport gab, wird er doch für immer auf den Rennstrecken dieser Welt fehlen. Als die Durchsage der Verantwortlich kurz vor dem Start zum Endlauf kam, war auf dem Bergring absolute Stille, es wurde die Nationalhymne von England gespielt, und alle Zuschauer zogen in Gedanken von dannen.

Aber wie heißt es so schön „The Show must go on“ und so ging es also weiter im Rennkalender. Beim Training in Harsewinkel galt es einen vollkommen geknickten Maik Domscheit wieder aufzubauen. Beim ersten Startbandtraining riss er das Startband wegen einer schlecht eingestellten Kupplung, und beim zweiten Versuch klappte es wohl mit dem Start, aber dann bog er in der ersten Kurve etwas zu früh ab und fuhr ins Innenfeld. Was viele nicht wussten, es war das einzige reguläre Rennen vor der Deutsche Meisterschaft, und da Maik nicht starten durfte hatte er Null Punkte auf seinem Konto. Zum Glück konnte er dann doch noch bei der Deutschen Meisterschaft teilnehmen und erreichte den dritten Rang.

Mein erstes Urlaubswochenende verbrachte ich in Memmingen. Es gab die Premiere auf einer neuen Bahn, und was man dort geboten bekam wer nicht von schlechten Eltern. Ob nun der Ablauf des Rennen oder die Unterhaltung der Zuschauer vor, während und nach dem Rennen war schon fast perfekt. Und mit einem Robert Barth hat man natürlich jemanden der sich mit solchen Rennen auskennt. Auch ist er sich nicht zu schade selber mit der Schippe zu arbeiten. Und eines wird es in Memmingen wohl nie geben nämlich Ärger mit dem Nachbarn wegen der Lärmentwicklung, denn der Nachbar ist die Start und Ladenbahn des Flughafen.

Danach ging es erstmal in den Urlaub nach Schweden, einfach mal ausspannen und nichts machen. Und was soll ich sagen, da sitz man an einem Fluss mit seiner Angel und hört Motorenlärm. Also mal nachgeschaut was da so los ist. Auf einem Feld fuhren zwei Fahrer deren Namen ich wieder vergessen habe mit Langbahnmaschinen ihr privates Rennen. Darauf angesprochen ob man hier in Schweden einfach so fahren kann gab es als Antwort „Ist doch unser Feld wer soll uns das verbieten“. Was für Gegensätze zu Deutschland, wo alles irgendwie geregelt ist.

Als nächstes gab es mein Heimrennen in Rastede zu bestreiten, und nicht als Zuschauer sonder als Mitorganisator. Eigentlich kann ich jedem nur empfehlen mal selber so ein Event mit zu organisieren, erst dann weiß man was alles getan werden muss. Unsere Bahn ist leider immer noch nicht in dem Zustand wie Sie einmal war, aber irgendwann wird es schon wieder werden. Da wir nur Pächter der Bahn für dieses eine Wochenende sind, können wir leider nicht machen was wir wollen. Zu allem Unglück gab es Samstag noch einen schweren Sturz bei den Oldies, aber im Nachhinein ist es wohl doch noch glimpflich ausgegangen. Am Sonntag lief alles ganz ordentlich, und auch Stefan Katt und Matten Kröger die Samstagabend noch in Frankreich gefahren sind kamen pünktlich zur Fahrervorstellung auf der Rennbahn an. Und dann kam der große Regen mit einem Blitz der in ca. 1,5 Km Entfernung eine 10m hohe Tanne förmlich explodieren ließ. Nicht auszudenken wenn dieser Blitz auf dem Rennplatz eingeschlagen hätte. An eine Fortsetzung des Rennen war nicht mehr zu denken, es gab aber auch kein Gemecker der Zuschauer. Ein gutes hatte der Regen aber, da alle sich an den Getränkebuden untergestellt hatten war der Getränkeumsatz besser wie im vorigen Jahr.

Weiter ging es mit der Veranstaltung in Scheessel. Also mir hat es echt gut gefallen, der Bahnpokal Solo am Samstag und die Deutsche Meisterschaft Solo am Sonntag. Mit Stephan Katt und Nadine Frenk haben wohl auch die beständigsten beiden Fahrer der Saison gesiegt.

Danach ging es mit Freude nach Eenrum zum WM-Lauf 4. Eigentlich fing der Tag perfekt an, das Wetter war gut und die Hütte war voll. Und dann kam der erste Lauf der Gespanne. Ausgangs der Zielkurve kam Nick Radley quer und schoss direkt in Richtung Innenfeld. Dabei verlor er seinen Beifahrer Jörg Levihn der von Grenier ohne Chance auszuweichen überfahren wurde. Das ganze hätte auch noch viel schlimmer ausgehen können, aber Nick schaffte es kurz vor der Startanlage in die Strohballen zu fahren, denn 10m weiter standen die ganzen Startergirls. Von hier aus nochmals Gute Besserung an alle Verletzten.

Weiter ging es mit dem SW EM Finale und dem GP 5 in Vechta , die Berichte könnt ihr hier im Portal ja nachlesen.

Dann gab es den GP 6 aus Marienbad mit Dank an das Team um Stephan Katt Live im Internet zu sehen. Die Bildqualität und der Ton waren echt super, nur für eine Live Übertragung im Fernsehen taugt ein Langbahnrennen nun wirklich nichts. Wenn man Live vor Ort ist sind die Pausen schon manchmal echt nervend aber im Fernsehen geht das ja gar nicht. Für Sport1 währe das vielleicht mal was, die könnten in den Pausen jede Menge Werbung zeigen.

Mitte September gab es dann die Deutsche Meisterschaft der Seitenwagen in Lüdinghausen, auch den Bericht könnt ihr hier nachlesen.

Der Beste Fahrer im Jahr 2010 auf der Langbahn war Stephan Katt mit 11 Siegen und zwei Zweiten Plätzen gefolgt von Tommy Kunert und William Matthijssen mit jeweils 8 Siegen. Die komplette Rangfolge könnt ihr ja hier einsehen. Datenbank 2010

Alles in allem war es mal wieder eine Saison mit Höhen und Tiefen. Jetzt heißt es wieder mal die Winterpause überbrücken, und dann auf ein neues in 2011.

Am Rande aufgeschnappt :
Stefan Radtke in Rastede nach dem ersten Donner : Gibt es hier auch Feuerwerk ?
Marco Hundsrucker in Uithuizen : Ich bin jetzt einmal um die Bahn gegangen, nach Anzahl der Biere würde ich mal sagen es ist eine 1000m Bahn. (Bahnlänge 430m)

Mein Pechvogel des Jahres :
Sirg Schützbach beim WM Challenge, Motorschaden in einem Vorlauf, nur Stechen um Platz 7, dann wieder Motorschaden im Stechen bei 100m Vorsprung und aus der Traum.

Ingo


3 Kommentare

  1. Hallo Ingo !
    Liest sich sehr gut , und macht Spaß. Aus meiner Sicht gab es noch mehr Höhepunkte , aber alles hier zu verpacken ist schwer. Denke noch an Stadskanaal,Staphorst etc. Wir freuen uns schon,2011 wieder mit Dir das eine oder andere Bier zu trinken.

    Liebe Grüße aus dem tiefen Westen.

    Moni und Markus

  2. Ingo,

    einfach klasse, freu mich schon auf nächstes Jahr!

    Grüße
    Micha

  3. Hallo Ingo,
    Ich habe noch nie eine so umfangreiche und informative Seite, zu dem äusserst gelungenes Design, gesehen. Ganz großes Lob. Mach weiter so !!!!!

    LG Ratte

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