Vechta 2012

Dieses Jahr hatte sich der AC Vechta ein ganz schön volles Programm vorgenommen. Als erstes natürlich den letzten GP der Saison 2012 aber auch noch die 250er Gold Trophy und im Rahmenprogramm noch die Seitenwagen und die 125er. Damit war aber auch die Kapazität des Fahrerlagers erschöpft denn es gab kaum noch einen freien Platz dort. Das Training der Seitenwagen war aber nicht optimal gelöst, die Jungs durften um 13Uhr ein freies und dann sofort ein Pflichttraining fahren. Die Trainingseinheiten hätte man auch ohne Probleme zwischen die Läufe der 250er legen können, dann hätten die Seitenwagen mehr Training fahren können und die 250er hätten zwischen ihren Läufen auch mehr Luft gehabt. So aber sah man nach dem Training mehrer Gespannpiloten die sich nicht sicher waren mit welchem Setup man nun fahren sollte. Marco Hundsrucker fuhr im freien Training mit Langbahnreifen und im Pflichttraining mit Speedwayreifen, und war sich nun nicht sicher welche Reifen besser sind. Als „Schmiemaxe“ hatte sich Marco übrigens keinen geringeren als Europameister Tommy Kunert mitgebracht der ihm mit Rat und Tat zur Seite stand. Nach dem Rennen sagte Tommy aber jetzt ist aber gut mit Tipps geben, sonst wird der noch zu schnell. Einen Tipp schrieb er aber Marco noch mit Filzstift auf den Lenker : „Rechts ist Gas“

Nach dem Training hieß es also 5 Stunden Pause zu überbrücken. Um 18:30 Uhr gab es dann die nächsten erstaunten Gesichter bei den Seitenwagen, denn durften die Gespanne nicht an der Fahrervorstellung teilnehmen. Es ist schon richtig das es um die WM der Solofahrer geht, aber man sollte doch in Zukunft den Gespannen auch die Möglichkeit geben sich vor ca. 7000 Zuschauern zu präsentieren.

Nach dem ersten Head waren die Zuschauer sich nicht mehr sicher ob es hier nun um den Weltmeistertitel der Solofahrer ging, oder ob Heute der Weltmeister in der Gespannklasse ermittelt werden sollte. So viele Überholvorgänge hab ich bisher noch bei keinem Rennen gesehen.

Im ersten Heat gewann Marco Hundsrucker nachdem er sich von Platz 3 nach vorne gekämpft hatte vor Mark Detz, Markus Brandhofer und William Matthijsen. Nicole Balz die Beifahrerin von Maco Hundsrucker meinte nur „Ich habe keine Ahnung wie der erste Lauf war, ich habe nur versucht in den Kurven meinen Kopf heil zwischen den Gespannen raus zu bekommen“. Solche Nahkämpfe kosten natürlich Material und so musste nach dem ersten Head schon mal der Kotflügel am Seitenwagenrad von Hundsrucker gewechselt werden. Im zweiten Heat lag Stefan Brandhofer in Führung musste sich aber in jeder Kurve gegen die Angriffe von Hundsrucker wehren der dann aber mit Zahnriemenriss ausschied.

Im dritten Head siegte erneut Stefan Brandhofer vor Sven Holstein aber auch hier musste sich Brandhofer drei Runden gegen Holstein wehren.

Im vierten Heat siegte Sven Holstein vor Marco Hundsrucker und Stefan Brandhofer.

Nach den Vorläufen hatten also Stafan Brandhofer und Sven Holstein je 13 Punkte, Marco Hundsrucker und Mark Detz 9 Punkte, und William Matthijsen und Markus Brandhofer je 6 Punkte.

Der Endlauf musste also die Entscheidung bringen wer auf dem Treppchen landen sollte. Aber schon in der zweiten Kurve musste der Lauf abgebrochen werden da Sven Holstein sein Seitenwagenrad verlor. Marco Hundsrucker konnte so gerade ins Innenfeld ausweichen, zum Glück stehen die Boxen der Anlage nicht mehr so nah am Innenrand, sonst hätte es wohl einen schlimmen Unfall gegeben. Der Wiederholungslauf wurde also ohne Sven Holstein gestartet, und es siegte Stefan Brandhofer vor Marco Hundsrucker und Markus Brandhofer.

Somit stand Stefan Brandhofer als Sieger fest vor Marco Hundsrucker und Sven Holstein. William Matthijsen konnte man ansehen das er noch lange nicht seine Kraft wieder hatte, er konnte am Anfang immer gut mithalten, viel dann aber in jedem Lauf wieder zurück.

 

Der GP

Die Solo Piloten zeigten natürlich auch äußerst spannende Rennen. Joonas Kylmäkorpi siegte im ersten Heat und fuhr seinen zweiten und dritten Heat mit Köpfchen und stand nach drei Durchgängen schon als neuer Weltmeister fest. Wer nun aber glaubte das er den Rest des Rennens gemütlicher angehen würde, täuschte sich gewaltig. Sein Semifinale gewann er und im Endlauf zeigte er seine ganze Klasse. Mit geschätzten 20m Vorsprung auf Martin Smolinski der seinerseits auch 20m Vorsprung auf den Rest des Feldes hatte fuhr Joonas  nicht nur den Tagessieg nach Hause sondern war auch noch der Gewinner des ADAC Goldhelms.

Enrico Janoschka der die Wildcard für Vechta erhalten hatte, hatte zwei ganz gute Läufe aber auch zwei Nullrunden in seinen Vorläufen und schaffte damit nicht den Einzug ins Halbfinale. Stefan Katt hatte auch nicht seinen besten Tag. In seinem zweiten Vorlauf wurde er eingangs der Startkurve so hart bedrängt das nur noch der Einschlag in die Airfence blieb. Als gestürzter aber aus meiner Sicht nicht Sturzverursachender Fahrer wurde er trotz seiner Proteste vom Wiederholungslauf ausgeschlossen. Aus den noch folgenden zwei Vorläufen gab es aber auch nur noch 4 Punkte und das reichte nicht für die Halbfinale.

Matthias Kröger fing in seinem ersten Vorlauf mit nur zwei Punkten an, konnte sich aber immer mehr steigern, und am Ende reichte es sogar zum Endlauf aber was wohl noch wichtiger war zur direkten Qualifikation für die WM 2013.

Wenn man in Vechta die Fahrstile vergleicht dann sieht man sehr gut das man ein guter Speedwayfahrer sein muss um in Vechta erfolgreich zu sein.

Ein Dank geht noch an die Radladerfahrer in der Startkurve. Auf Nachfrage wurden wie selbstverständlich die Schaufeln auf einen Meter Höhe gefahren so dass man eine Super Sicht zum Filmen und Fotografieren hatte. Und selbst Bratwurst und Bier wurden uns angeboten.

Vechta ist also für alle Bahnsportfans ein Muss.

 

Ingo Lange


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