Teterow 2012

Von den einen gehasst und von den anderen geliebt, das ist der Bergring. Aber jeder Fahrer ist für sich ja alleine verantwortlich, und muss sich dem Risiko bewusst sein, das er dort eingeht. Was auf anderen Strecken vorgeschrieben wird gilt auf dem Bergring wohl irgendwie nicht. Dort gibt es keine durchgängige Sicherheitsplanke geschweige denn eine Airfence ,die bei anderen Veranstaltungen gefordert wird. Auch für die Fotografen gelten andere Bedingungen als bei normalen Veranstaltungen. Es ist ohne Probleme möglich sich in der Sicherheitszone aufzuhalten damit die Fotos noch besser werden, und als Antwort auf die Frage an einen Fotografen „Ist das nicht zu gefährlich“ bekommt man dann als Antwort „Was soll den schon passieren“ einfach nur unbegreiflich.

Für Daniel Rath war das Rennen leider schon am Samstag nach einem Sturz im Training beendet bevor es eigentlich richtig angefangen hatte. Auch Enrico Hoth musste nach einem Sturz in seinem ersten Lauf alle Träume begraben da er vom Rennarzt keine Freigabe mehr erhielt.

Am schlimmsten erwischte es aber die Seitenwagenklasse. Acht Starter hatten gemeldet aber nur sieben Gespanne waren im ersten Training zu sehen. Nicki Balz die Beifahrerin von Marco Hundsrucker war noch nie auf dem Bergring und meinte nur das sie sich immer freut wenn Kurven kommen die Linksrum gehen, dann weiß ich jedenfalls was ich tun muss. William und Nathalie Matthijssen fuhren im Training sehr verhalten und hatten damit nur die siebte Zeit eingefahren was das Aussetzen im ersten Lauf bedeutete. Im ersten Lauf der Seitenwagen klappte alles problemlos und Marco Hundsrucker konnte den Lauf zweieinhalb Runden anführen bis Imanuel Schramm doch noch einen Weg vorbei fand und diesen Lauf für sich entscheiden konnte. Im zweiten Vorlauf kam es dann schon beim Start zu einem Unfall zwischen Hundsrucker, Kerrison und Lund.

Crash Hundsrucker/Kerrison/Lund

Hundsrucker und Kerrison berührten sich und Lund hatte keine Chance mehr auszuweichen und so kamen alle drei Gespanne zu Sturz. Zum Glück war die Geschwindigkeit noch nicht so hoch und so kamen alle Beteiligten mit einigen blauen Flecken davon. Die anderen drei Teams Matthijssen, Radtke und Schramm waren natürlich schon auf und davon aber ca. 250 meter weiter erwischte es William Matthijsen und er schlug in die Streckenbegrenzung ein. Nathalie kam mit dem Schrecken davon aber William wurde mit mehreren Knochenbrüchen ins Krankenhaus gebracht, von hier erstmal gute Besserung. Da es nun nur noch zwei fahrbereite Gespanne gab wurde dieser Vorlauf komplett gestrichen.

Der dritte und vierte Vorlauf der Gespanne sollte dann am Sonntag stattfinden. Beim dritten Vorlauf standen alle 6 Gespanne nach diversen Schweißarbeiten über Nacht wieder am Start. Marco Hundsrucker fiel aber auf das sich sein Gespann auf dem Weg zum Startband seltsam anfühlte und so meldete er sich für die restlichen Läufe aufgrund der Sicherheit vorsichtshalber hab. Die verbleibenden 5 Gespanne brachten den dritten Vorlauf ohne Zwischenfälle über die Runden.

Im vierten Vorlauf gab es wieder einen Sturz von Kerrison/Philmore.

Domscheit/Loch

Maik Domscheit hatte sich entschlossen den letzten Vorlauf ganz in Ruhe anzugehen was ihm fast zum Verhängnis wurde. Als letzter vom Start weg gekommen tauchte nach der ersten Kurve in 2 Meter Höhe auf einmal das Gespann von Kerrison vor ihn auf das er nur um Haaresbreite verfehlte.

Das Endergebnis war also Schramm/Neuendorf vor Radtke/Schwaß und Domscheit/Loch.

 

Bei den Solos konnte in den Vorläufen Matthias Kröger überzeugen, der alle seine Läufe gewinnen konnte. Leider verließ ihn danach das Glück denn im Endlauf um das grüne Band schied er mit einem Überschlag schon am Start aus und auch im Bergringpokallauf musste er mit technischem Defekt in der vierten Runde die Segel streichen. Christian Hülshorst bot auch eine ausgezeichnete Vorstellung in seinen Vorläufen. Den ersten Vorlauf konnte er gewinnen im zweiten Vorlauf kämpfte er auch vorne mit bis ihm der Stecker aus dem Totmacher fiel. Er konnte den Stecker wieder einfädeln aber die Spitze war natürlich schon enteilt. Im Endlauf um das Grüne Band kämpfte er auch wieder vorne mit bis ihm 300 Meter vor dem Ziel das Methanol ausging und er nur rollend den siebten Platz erreichte. Im Lauf um den Bergringpokal gab es dann eine sehr unglückliche Situation. Es wird dort in drei Startreihen gestartet. Diese drei Reihen werden aber auch noch zeitversetzt gestartet. In der zweiten Startreihe stand unter anderem auch Dennis Stübe. Als der Startmarschall die Fahne für die erste Reihe hob fuhr auch Stübe schon los.

Stephan Katt schaute erst ganz verwundert blieb dann aber zu seinem Glück stehen sonst hätte es ihn auch erwischt. Stübe war also schon beim Start disqualifiziert, kämpfte sich aber 9,5 km an den führenden Paul Cooper heran und startete in der letzten Runde sogar noch einen Angriff auf Cooper, nicht wissend das er nur die Goldene Annanas erreichen wird. Christian Hülshorst brauchte auch 3 Runden aber dann hatte er Stephan Katt niedergerungen, um in der letzten Kurve fast alles wieder zunichte zu machen. Christian kam viel zu weit nach außen aber zum Glück ist dort außen eine Holzplanke die er als Leitplanke nutzte und zum Glück auf dem Motorrad blieb. So war der Einlauf im Bergringpokal Paul Cooper vor Christian Hülshorst und Stephan Katt.

Loben möchte ich mal die drei Sprecher die über die ganze Bahn verteilt sind. Die Ansagen während des Rennens wer wo in welcher Kurve auf welchem Platz liegt oder gerade einen Angriff startet sucht wohl in der Bahnsportwelt seines gleichen. Man ist immer informiert über das Geschehen was auch wichtig ist da man die Strecke ja als Zuschauer nicht einsehen kann.

 

Ingo Lange


5 Kommentare

  1. Schöner Bericht, und tolle Bilder von den Gespannen.

    War auch Vorort und muss sagen es ist wirklich schade das es bei den Gespannen soviele stürze gab. Die anderen Jahre gabs nie einen und dieses Jahr war voll der Wurm drin, schade.

  2. mensch zu früh absenden geklickt ;)

    schade nur das du in deinem bericht nix über die motocross klasse geschriebn hast bzw. bilder hast. Weil das was die Maria Franke gezeigt hat war der totale Hammer!

  3. Hallo Ingo, herzlichen Dank für Deinen, den Bahnsport betreffend, sehr informativen Bericht. Mich hat es erschreckt, dass es in diesem Jahr zu sehr vielen Unfällen in Teterow gekommen ist. Vor allen Dingen der Sturz von William Matthijsen hat ja auch für die EM einen negativen Beigeschmack. Sollte denn nicht auch eine Überlegung dahingehend stattfinden, eventuell doch an den Gefahrenstellen des Bergrings einen Airfence anzubringen? Außerdem hast Du vergessen, die Zuschauerzahl zu erwähnen, hätte mich interessiert. Liebe Grüße. Steffen

    • Hallo Steffen,
      es sollen laut Veranstalter ca. 20000 Zuschauer da gewesen sein.
      Airfence auf dem Bergring ist natürlich schwierig aber es würde schon eine Besserung sein wenn man die Holzplanken erweitern würde.

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